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11. HILFEN BEI KRANKHEIT UND PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT 69 Kurzzeitige Arbeitsverhinderung Wird ein naher Angehöriger akut pflegebedürftig, haben Sie das Recht, bis zu zehn Tage von der Arbeit fernzubleiben, um die erforderliche Pflege zu organisieren. Der Anspruch besteht unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten eines Arbeitgebers. Für den Zeitraum der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung zahlt die Pflegekasse auf Antrag eine Entgeltersatzleistung (Pflegeunterstützungsgeld) in Höhe von etwa 90 % des Nettoarbeitsentgeltes aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt. Pflegezeit Pflegende Angehörige haben einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von ihrer Arbeitsstelle für längstens sechs Monate, um einen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung zu pflegen. Dabei können sie zwischen einer vollständigen oder teilweisen Freistellung wählen. Der Anspruch besteht jedoch nicht bei Arbeitgebern mit 15 oder weniger Beschäftigten. Für die Zeit der unbezahlten Freistellung können pflegende Angehörige ein zinsloses Darlehen vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bekommen. Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben Referat 407, 50964 Köln Tel.: 0221 3673-0 Internet: www.bafza.de Familienpflegezeit Berufstätige pflegende Angehörige haben einen Anspruch darauf, bis zu 24 Monate die Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden pro Woche zu reduzieren, um die häusliche Pflege durchführen zu können. Der Rechtsanspruch besteht gegenüber Arbeitgebern mit mehr als 25 Beschäftigten. Beschäftigte, die Familienpflegezeit in Anspruch nehmen, haben – wie bei der sechsmonatigen Pflegezeit – einen Rechtsanspruch auf ein zinsloses Darlehen. Dies kann bei dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (Adresse siehe links unten) beantragt werden. Beratung und Schulung pflegender Angehöriger – „Familiale Pflege“ Oft ist es der Wunsch des Patienten, nach der Entlassung aus dem Krankenhaus in der vertrauten häuslichen Umgebung gepflegt zu werden. Diesem Wunsch kommen die Lippstädter Krankenhäuser mit dem Angebot der sogenannten „Familialen Pflege“ entgegen. Sie bieten individuelle Beratung und Information über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten der Pflege. Darüber hinaus werden Pflegetrainings am Krankenbett angeboten, bei denen spezielle Pflegetechniken vermittelt werden. Ist der Patient schon nach Hause entlassen worden, bieten die Krankenhäuser maximal sechs Wochen nach der Entlassung eines Patienten ein individuelles Pflegetraining im häuslichen Umfeld an. Sogenannte „Initial Pflegekurse für Angehörige und Interessierte” runden das Angebot der „Familialen Pflege“ ab. Ausführliche Informationen erhalten Sie beim Dreifaltigkeits-Hospital Lippstadt Klosterstraße 31 · 59555 Lippstadt Ansprechpartner: Thorsten Bockes Tel.: 0176 44469829 E-Mail: thorsten.bockes@dreifaltigkeits-hospital.de Internet: www.dreifaltigkeits-hospital.de


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