11. Hilfen bei Krankheit und Pflegebeduerftigkeit

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11. HILFEN BEI KRANKHEIT UND PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT 61 11. HILFEN BEI KRANKHEIT UND PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT Die Pflegeversicherung Die für Sie zuständige Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenversicherung eingerichtet. Mitglied der Pflegeversicherung werden Sie ohne einen besonderen Antrag. Wenn Sie in einer privaten Krankenversicherung versichert sind, beispielsweise als Beamtin oder Beamter, sind Sie nicht Mitglied der sozialen Pflegeversicherung, sondern der privaten Pflegeversicherung. Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, beantragen Sie diese zunächst bei Ihrer Kranken-/Pflegekasse. Diese beauftragt den Medizinischen Dienst (MdK) der Krankenkassen Kontakt mit Ihnen aufzunehmen, um eine „Begutachtung“ durchzuführen. Die Begutachtung findet in der Regel in Ihrer Wohnung statt. Bisher wurde dabei festgestellt, wie viel Hilfe Sie im Bereich der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität täglich benötigten und wie hoch der Hilfebedarf im Haushalt war. Diese Kriterien sind durch die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes II ab dem 01.01.2017 nicht mehr aktuell.Bei der Begutachtung ist jetzt entscheidend, wie selbständig ein Mensch bei der Bewältigung seines Alltags ist und welche Fähigkeiten noch vorhanden sind. Die Bewertung erfolgt anhand von insgesamt acht Lebensbereichen, den sogenannten Modulen. Aus den Begutachtungsergebnissen der ersten sechs Module ermittelt sich der entsprechende Pflegegrad. Folgende Module liegen der Bewertung zugrunde: 1. Mobilität: motorische Fähigkeiten z. B. Positionswechsel im Bett, Fortbewegen innerhalb des Wohnbereiches, Treppensteigen, etc. 2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: z. B. örtliche und zeitliche Orientierung, Verstehen von Aufforderungen und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, Erkennen von Risiken 3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: z. B. Ängste, Antriebslosigkeit, nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten 4. Selbstversorgung: z. B. Körperpflege, An- und Auskleiden, Essen, Trinken etc. 5. Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen: z. B. Einnahme von Medikamenten, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung 6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: z. B. Gestaltung des Tagesablaufes, Kontaktaufnahme zu anderen Menschen Die folgenden zwei Module sind nicht Teil der Bewertung! 7. Außerhäusliche Aktivitäten: selbständiges Verlassen der Wohnung, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, etc. 8. Haushaltsführung: Einkaufen, Zubereitung von Mahlzeiten, Reinigen der Wohnung etc. Anhand der Module 1 – 6 findet eine Einstufung in eine der folgenden fünf Pflegegrade statt: 1. Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit 2. Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit 3. Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit 4. Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit 5. Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung Anhand des MdK-Gutachtens wird durch die Pflegekasse ein Pflegegrad festgelegt. Entsprechen der Einstufung in einen Pflegegrad können folgende Leistungen der Pflegekasse in Anspruch genommen werden.


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