8. Vorsorge, Testament und Todesfall

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45 8. VORSORGE, TESTAMENT UND TODESFALL Rechtliche Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter Niemand denkt gerne darüber nach, doch es kann jederzeit passieren: durch einen Unfall, eine schwere Erkrankung oder das Nachlassen der geistigen Kräfte im Alter ist man nicht mehr in der Lage, seine Angelegenheiten wie gewohnt selbstverantwortlich zu regeln. Wenn Sie in einer solchen Situation wünschen, dass ein Mensch für Sie entscheidet, den Sie kennen und dem Sie uneingeschränkt vertrauen, dann müssen Sie das rechtzeitig „in Zeiten geistiger Frische“ mit einer vorsorgenden Verfügung bestimmen. Eine vorsorgende Verfügung ist auch für Ihren Ehepartner, Lebenspartner oder Ihre Kinder erforderlich, wenn diese für Sie handeln sollen. Die vorgenannten Personen sind nicht „automatisch“ berechtigt, rechtsverbindliche Erklärungen oder Entscheidungen für Sie zu treffen. Welche vorsorgenden Verfügungen gibt es? 1. Vorsorgevollmacht Eine Vorsorgevollmacht ist ein privatrechtlicher Vertrag, durch den Sie eine Vertrauensperson mit der Regelung Ihrer Angelegenheiten beauftragen, wenn Sie selbst in Folge von Unfall, Krankheit oder (altersbedingtem) Nachlassen der geistigen Kräfte dazu nicht mehr in der Lage sind. Sie legen den Umfang der von Ihnen gewünschten Vertretung selbst fest. 2. Betreuungsverfügung Eine Betreuungsverfügung ist eine vorsorgende Verfügung für den „Betreuungsfall“, in der Wünsche zur Person des vom Amtsgericht bestellten rechtlichen Betreuers und zur Führung der rechtlichen Betreuung geäußert werden können. Sie kommt insbesondere dann in Betracht, wenn niemand da ist, dem Sie eine Vollmacht erteilen könnten oder wenn es andere Gründe für eine gerichtlich kontrollierte Regelung gibt. 3. Patientenverfügung Eine Patientenverfügung ist eine Handlungsanweisung an Ihren zukünftig behandelnden Arzt für den Fall Ihrer Einwilligungsunfähigkeit. Die Patientenverfügung ist eine Willenserklärung, ob und in welchem Umfang in bestimmten näher umrissenen Krankheitssituationen medizinische Maßnahmen eingesetzt oder unterlassen werden sollen. nn Aus Gründen der Klarheit und Beweiskraft sollten Sie die Vorsorgevollmacht, die Betreuungsverfügung sowie die Patientenverfügung schriftlich abfassen. Ort, Datum und vollständige eigenhändige Unterschrift dürfen keinesfalls fehlen. nn Die notarielle Beurkundung ist nicht allgemein vorgeschrieben. Soll die von Ihnen bevollmächtigte Person Haus- und Grundstücksgeschäfte oder Verfügungen über das gesamte Vermögen treffen können, muss die Vorsorgevollmacht notariell beurkundet werden. Ferner ist eine notarielle Beurkundung dann sinnvoll, wenn Sie ein Handelsgewerbe betreiben oder Gesellschafter einer Personen- oder Kapitalgesellschaft sind. nn Banken erkennen eine Vorsorgevollmacht in der Regel nur dann an, wenn Ihre Unterschrift bankintern bestätigt oder notariell beglaubigt wurde. Viele Banken akzeptieren nur solche Vollmachten, die unter Verwendung der bankeigenen Vollmachtsformulare erstellt wurden. Dies sollten Sie vorab mit Ihrer Bank klären. nn Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen können Sie im zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer gegen Gebühr registrieren lassen. 8. VORSORGE, TESTAMENT UND TODESFALL


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